Allgemeines

Die Ver­ei­nig­te Repu­blik Tan­sa­nia (auf Sua­he­li Jamhu­ri ya Muun­ga­no wa Tan­za­nia) ist ein Staat in Ost­afri­ka. Am Indi­schen Oze­an gele­gen grenzt Tan­sa­nia im Nor­den an Kenia und Ugan­da und im Süden an Sam­bia, Mala­wi und Mosam­bik. West­lich davon lie­gen Ruan­da, Burun­di und die Demo­kra­ti­sche Repu­blik Kon­go.

Tan­sa­nia hat eine Ein­woh­ner­zahl von rund 50 Mil­lio­nen Men­schen und ist damit nach der Bevöl­ke­rung gehend das sechst­größ­te Land Afri­kas. Haupt­stadt des Staa­tes ist Dodo­ma. Der Regie­rungs­sitz ist jedoch in der Küs­ten­stadt Dar­es­sa­lam, wel­che zugleich die größ­te Stadt Tan­sa­ni­as ist. Die Bewoh­ner spre­chen 125 ver­schie­de­ne Spra­chen, Sua­he­li (Eigen­be­zeich­nung Kis­wa­hi­li) hat sich als Natio­nal­spra­che durch­ge­setzt. In offi­zi­el­ler Kom­mu­ni­ka­ti­on wird Eng­lisch gespro­chen.

Tan­sa­nia hat eine äußerst reiz­vol­le Land­schaft. Das Fest­land besteht aus einer 16 bis 64 Kilo­me­ter brei­ten Küs­ten­ebe­ne mit tro­pi­scher Vege­ta­ti­on. Im Nord­os­ten des Lan­des liegt das Kili­man­ja­ro-Mas­siv, das höchs­te Berg­mas­siv Afri­kas. Sei­ne höchs­te Stel­le, der Uhu­ru Peak, liegt auf 5895m und ist der Traum vie­ler Berg­stei­ger. Auch drei der größ­ten Seen Afri­kas lie­gen am Staats­ge­biet von Tan­sa­nia. Im Nor­den grenzt der Staat an den Vic­to­ria­see, im Wes­ten an den Tan­gan­ji­ka­see und im Süden an den Mala­wi­see. Tan­sa­nia hat vie­le sehens­wer­te Natio­nal­parks, der bekann­tes­te ist der im Nord­wes­ten gele­ge­ne Seren­ge­ti Natio­nal­park.

Geschichte

Ost­afri­ka gilt als die „Wie­ge der Mensch­heit“. Mensch­li­che Kno­chen­fun­de im ost­afri­ka­ni­schen Rift Val­ley gehen auf fast 6 Mil­lio­nen Jah­re zurück. Ende der 50er Jah­re mach­te das bri­ti­sche For­scher­ehe­paar Lea­key in Tan­sa­nia einen sen­sa­tio­nel­len Fund. In der 100 m tie­fen Oldu­vai-Schlucht, wel­che zwi­schen dem Ngo­rongo­ro-Hoch­land und den Savan­nen der Seren­ge­ti liegt, ent­deck­ten sie die Kno­chen eines 2 Mil­lio­nen alten Men­schen.

In den heu­te bekann­ten Gren­zen besteht der Staat Tan­sa­nia erst seit Ende des 19. Jahr­hun­derts. Am 9. Dezem­ber 1961 wur­de Tan­sa­nia (damals noch Tan­gan­ji­ka), nach fast 80 Jah­ren kolo­nia­ler Beset­zung durch Deutsch­land und Eng­land, ein sou­ve­rä­ner Staat. 1962 wur­de Tan­gan­ji­ka eine Repu­blik. Der ers­te Staats­prä­si­dent Juli­us Kam­ba­ra­ge Nye­re­re gilt noch heu­te als „Vater der Nati­on“. San­si­bar erreich­te am 19. Dezem­ber 1963 die Unab­hän­gig­keit.

Am 26. April 1964 schlos­sen sich Tan­gan­ji­ka und San­si­bar zunächst unter dem Namen „Ver­ei­nig­te Repu­blik von Tan­gan­ji­ka und San­si­bar“ zusam­men, am 1. Novem­ber 1964 wur­de die Repu­blik in „Ver­ei­nig­te Repu­blik Tan­sa­nia“ (Swa­hi­li Jamhu­ri ya Muun­ga­no wa Tan­za­nia) umbe­nannt. Der Name setzt sich aus den bei­den Län­der­na­men zusam­men. San­si­bar hat bis heu­te eine beträcht­li­che loka­le Auto­no­mie.

Politik

Tan­sa­nia ist eine Prä­si­di­al­re­pu­blik in wel­cher der Staats­prä­si­dent die Poli­tik bestimmt. Die­ser wird alle fünf Jah­re durch freie und gehei­me Wah­len ermit­telt. Seit Okto­ber 2015 ist John Mag­ufu­li der fünf­te Staats­prä­si­dent Tan­sa­ni­as.

Tan­sa­nia genießt den Ruf als „Hort des Frie­dens“, da es eine gute Bezie­hung zu den acht Nach­bar­län­dern hält. Das Land ist unter ande­rem Mit­glied der „East Afri­can Com­mu­ni­ty“ (EAC) und der „World Tra­de Orga­ni­za­ti­on (WTO). Seit der Unab­hän­gig­keit vom Ver­ei­nig­ten König­reich im Jahr 1961 ist es Mit­glied­staat des Com­mon­wealth of Nati­ons.

Die zen­tral­staat­lich orga­ni­sier­te Prä­si­di­al­re­pu­blik ist in 30 Regio­nen geglie­dert, wel­che wie­der­um in 114 Distrik­te unter­teilt sind. San­si­bar ist weit­ge­hend auto­nom und wählt einen eige­nen Prä­si­den­ten.

Die Haupt­stadt Dodo­ma liegt im Zen­trum des Fest­lan­des. Regie­rungs­sitz ist aller­dings in Dar­es­sa­lam, die Küs­ten­stadt befin­det sich in unmit­tel­ba­rer Nähe zu San­si­bar.

Tansania Flagge

Nationalflagge

Die Nati­nal­flag­ge besteht aus den vier Far­ben Grün, Gold, Schwarz und Blau und ent­stand aus den Flag­gen von Tan­sa­nia (vor­mals Tan­gan­ji­ka) und San­si­bar. Sie wur­de am 30. Juni 1964 offi­zi­ell ange­nom­men. Tan­gan­ji­ka ver­wen­de­te eine Flag­ge mit drei Längs­strei­fen in grün-schwarz-grün. Die grü­ne Far­be steht für die Frucht­bar­keit des Lan­des, schwarz sym­bo­li­siert die afri­ka­ni­sche Bevöl­ke­rung. Nach der Unab­hän­gig­keit 1961 ver­sah man die Flag­ge mit zusätz­li­chen gol­de­nen Säu­men, wel­che die rei­chen Boden­schät­ze dar­stel­len. Nach der Ver­ei­ni­gung mit San­si­bar wur­de die Flag­ge schräg ver­setzt und das unte­re Grün wur­de durch Blau ersetzt, wel­ches für den Indi­schen Oze­an steht.

Nationaltier

Das Natio­nal­tier in Tan­sa­nia ist die Giraf­fe, wel­che unter Natur­schutz steht. Auf Wil­de­rei steht eine Gefäng­nis­stra­fe. Die Stär­ke, Fle­xi­bi­li­tät und Anpas­sungs­fä­hig­keit der Giraf­fe ste­hen sym­bo­lisch für die Ein­woh­ner des Lan­des.

 

Freiheitsfackel – Uhuru torch

Die Uhu­ru Fackel sym­bo­li­siert Frei­heit und Licht. Am 9. Dezem­ber 1961 wur­de sie von Alex­an­der Nyiren­da das ers­te Mal am Gip­fel des Kili­man­ja­ros ent­zün­det. Von dort aus soll die Petro­le­um­fa­ckel sym­bo­lisch auf das Land und über die Gren­zen hin­aus leuch­ten. Das Licht steht für Hoff­nung, Lie­be und Respekt. Jedes Jahr fin­det das Uhu­ru-Torch-Ren­nen statt, wobei der Start­be­reich immer vari­iert.

Nationalhymne

Tan­sa­nia war die ers­te afri­ka­ni­sche Nati­on, die eine Ver­si­on des popu­lä­ren Lie­des „God Bless Afri­ca“ von Enoch Man­kayi Son­ton­ga für die Natio­nal­hym­ne ver­wen­det hat. Die Natio­nal­hym­ne ist in der Natio­nal­spra­che Kis­wa­hi­li abge­hal­ten.

Nationalwappen

Auf dem Natio­nal­wap­pen sind alle wich­ti­gen Din­ge Tan­sa­ni­as sym­bo­lisch dar­ge­stellt.

Auf einem Spruch­band ganz unten steht das Mot­to der Repu­blik. „Uhu­ru na Umoja“ bedeu­tet „Frei­heit und Ein­heit“. Der zen­tra­le Teil des Natio­nal­wap­pens ist das Krie­ger­schild. Das Schild besteht aus vier Tei­len. Der obe­re gol­de­ne Abschnitt steht für den Mine­ra­li­en­reich­tum. Nach der Flag­ge folgt der rote Teil, wel­cher die rote Erde Afri­kas sym­bo­li­siert. Die unten lie­gen­den gewell­ten blau-wei­ßen Lini­en reprä­sen­tie­ren das Land und das Was­ser. Im Krie­ger­schild fin­den sich meh­re­re Sym­bo­le wie­der. Die bren­nen­de Fackel steht für Frei­heit, Auf­klä­rung und Wis­sen. Die gekreuz­te Axt und Hacke stel­len die Werk­zeu­ge dar, die die Men­schen benut­zen um das Land zu erschlie­ßen. Der zen­tral gele­ge­ne Speer sym­bo­li­siert die Bereit­schaft das Land zu ver­tei­di­gen. Das Schild steht auf einem Bild vom Kili­man­ja­ro und wird von Ele­fan­ten­stoß­zäh­nen flan­kiert, wel­che links von einem Mann und rechts von einer Frau gehal­ten wer­den. Die Nel­ken und der Baum­woll­busch ste­hen für das The­ma Koope­ra­ti­on.

Wirtschaft

Die Wirt­schaft Tan­sa­ni­as ent­spricht dem eines agra­risch gepräg­ten Ent­wick­lungs­lan­des mit nied­ri­gem Ent­wick­lungs­sta­tus. Das Brut­to­in­lands­pro­dukt pro Kopf ist mit 770 Euro (Stand 2016) so gering, dass die Bevöl­ke­rung teil­wei­se von öffent­li­cher Ent­wick­lungs­hil­fe abhän­gig ist. Die­se lag 2005 bei 40 US-Dol­lar pro Kopf. Die wirt­schaft­li­che Lage von Tan­sa­nia wird zudem durch Flücht­lings­strö­me aus den benach­bar­ten Län­dern Ruan­da und Burun­di beein­träch­tigt.

Tan­sa­nia kann in sei­ner Wirt­schaft seit über 10 Jah­ren ein kon­stan­tes Wachs­tum ver­zeich­nen. Das Bau- und Trans­port­ge­wer­be sind wich­ti­ge Moto­ren für das Wirt­schafts­wachs­tum. Der Dienst­leis­tungs­sek­tor macht der­zeit etwa 43 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts aus. Der Tou­ris­mus ist der größ­te Devi­sen­brin­ger und spielt sich in den erschlos­se­nen Gebie­ten im Nor­den und an der Küs­te ab.

Der Agrar­sek­tor ist mit etwa 30 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts der zweit­größ­te Wirt­schafts­be­reich in Tan­sa­nia, hier sind rund 70 Pro­zent der Bevöl­ke­rung beschäf­tigt. Die Land­wech­sel­wirt­schaft ist vor­herr­schend und für den Export wer­den vor allem Kaf­fee, Tee, Bau­wol­le, Tabak, Sisal und Cas­hew­nüs­se ange­baut. In der Vieh­hal­tung wer­den bevor­zugt Rin­der gehal­ten. Der Indus­trie­sek­tor beschränkt sich auf Nah­rungs­mit­tel­in­dus­trie und Erd­öl-Raf­fi­ne­ri­en. Die­ser Bereich macht zwar 25 Pro­zent des Brut­to­in­lands­pro­dukts aus, es sind aber nur 6 Pro­zent der Bevöl­ke­rung dort beschäf­tigt. Tan­sa­nia ist reich an Boden­schät­zen wie Erd­gas, Gold und Dia­man­ten.

Die Lebens­er­war­tung ist mit 64 Jah­ren (Stand 2013) noch immer gering. Schuld dar­an sind die weit ver­brei­te­ten Infek­ti­ons­krank­hei­ten wie Mala­ria und Aids.

In den letz­ten Jah­ren wur­den im Bil­dungs- und Gesund­heits­be­reich schon star­ke Fort­schrit­te erzielt, beson­ders für Frau­en sind die­se Berei­che aber noch stark ver­bes­se­rungs­be­dürf­tig.

Am 26. April 1964 schlos­sen sich Tan­gan­ji­ka und San­si­bar zunächst unter dem Namen „Ver­ei­nig­te Repu­blik von Tan­gan­ji­ka und San­si­bar“ zusam­men, am 1. Novem­ber 1964 wur­de die Repu­blik in „Ver­ei­nig­te Repu­blik Tan­sa­nia“ (Swa­hi­li Jamhu­ri ya Muun­ga­no wa Tan­za­nia) umbe­nannt. Der Name setzt sich aus den bei­den Län­der­na­men zusam­men. San­si­bar hat bis heu­te eine beträcht­li­che loka­le Auto­no­mie.

Währung

Die Wäh­rung in Tan­sa­nia ist der Tan­sa­nia-Schil­ling (Sua­he­li Shi­lin­gi ya Tan­za­nia, Abkür­zung TSh). Er ersetz­te den Ost­afri­ka­ni­schen Schil­ling, der bis 1966 gül­tig war. In den tou­ris­tisch erschlos­se­nen Tei­len des Lan­des wird der US-Dol­lar mitt­ler­wei­le als Par­al­lel­wäh­rung gebraucht.

Ein Schil­ling ist unter­teilt in 100 Cents (Sen­ti). Die gän­gigs­ten Bank­no­ten des Tan­sa­ni­schen Schil­ling sind 500, 1.000, 2.000, 5.000 und 10.000 TSh. Dar­ge­stellt wird ein Betrag in der Form Schilling/Cent.

Ein Euro sind etwa 2.670,- Tan­sa­nia-Schil­lin­ge (Stand: Mai 2018). Die Kur­se kön­nen jedoch teil­wei­se beträcht­lich schwan­ken.

Kultur

Kunst und Kul­tur sind in Tan­sa­nia eng mit Reli­gi­on und Mytho­lo­gie ver­bun­den. Tra­di­tio­nel­le Kunst ist ein Aus­druck der jewei­li­gen Kul­tur und genießt einen hohen gesell­schaft­li­chen Stel­len­wert. Kunst in Form von Gebrauchs­ge­gen­stän­den sind ein belieb­tes Urlaubs­mit­bring­sel, wirk­lich wert­vol­le Kunst­wer­ke sind vor allem auf inter­na­tio­na­len Auk­tio­nen zu erwer­ben.

Malerei

Die Male­rei in Tan­sa­nia ist eine rela­tiv jun­ge Kunst­form. Die Qua­drat­ma­le­rei Tin­ga Tin­ga geht auf den Künst­ler Edward Sai­di Tinga­tin­ga zurück, der in den 70ern begann sei­nen Lebens­un­ter­halt mit dem Ver­kauf von Bil­dern an Tou­ris­ten zu erstrei­ten. Spä­ter präg­te er den neu­en Kunst­stil. Die Tin­ga Tin­ga Wer­ke sind sehr far­ben­froh und stel­len All­tags­si­tua­tio­nen dar.

Schnitzkunst

Die Schnitz­kunst der Makon­de ist auf der gan­zen Welt bekannt. Das im Süd­os­ten Tan­sa­ni­as leben­de Ban­tu­volk schnitzt aus Eben­holz für den tou­ris­ti­schen Markt zum Bei­spiel Aschen­be­cher, gedrech­sel­te Ker­zen­stän­der und Holz­gi­raf­fen. Vie­le Makon­de­schnit­zer sind in Dar­es­sa­lam sess­haft. Hier kann man am Mwen­ge-Markt den Schnit­zern bei der Arbeit zuse­hen und ihre Kunst­wer­ke kau­fen. Neben dem tra­di­tio­nel­len Eben­holz wird auch das soge­nann­te Afri­ka­ni­sche Schwarz­holz (Mpingo) für die Schnit­ze­rei­en ver­wen­det.

Töpferei

Die Töp­fe­rei wird in Tan­sa­nia vor­wie­gend von Frau­en betrie­ben. Bei die­ser tra­di­tio­nel­len Aus­drucks­form wird der hand­ge­form­te Ton auf­wen­dig ver­ziert und bemalt und im offe­nen Feu­er gebrannt. Beson­ders bekannt für ihre Töp­fer­kunst sind die Frau­en des klei­nen Vol­kes Kisi am Lake Nya­sa im Süden des Lan­des.

Sitten und Gebräuche

Wie jedes Land hat auch Tan­sa­nia eige­ne Sit­ten und Gepflo­gen­hei­ten. Die Bewoh­ner sind in der Regel sehr freund­lich und offen und spre­chen ger­ne mit Tou­ris­ten.

Zu den Umgangs­for­men gehört es sich bei Begrü­ßung und Abschied die Hand zu rei­chen. Ein­zel­ne Per­so­nen grü­ßen sich mit Jam­bo, Grup­pen mit Hatu­jam­bo. Das Essen mit der Hand ist tra­di­tio­nell. Geraucht wer­den darf dort, wo ein Aschen­be­cher zu fin­den ist. Kinos und öffent­li­che Ver­kehrs­mit­tel sind rauch­freie Zonen. Bevor jemand foto­gra­fiert wird soll­te er grund­sätz­lich um Erlaub­nis gefragt wer­den. Man­che Ein­hei­mi­sche erwar­ten ein klei­nes Ent­gelt für ein Foto. In mili­tä­ri­schen Anla­gen und auf Flug­hä­fen ist das Foto­gra­fie­ren strikt ver­bo­ten. Trink­gel­der gehö­ren nicht zur Regel, auch wenn Kell­ner und Trä­ger meist eines erwar­ten. Vor allem in den mus­li­misch domi­nier­ten Regio­nen wird eine mode­ra­te Klei­dung erwar­tet.

Tanz und Musik

Wie in allen afri­ka­ni­schen Län­dern wird auch in Tan­sa­nia sehr ger­ne und viel getanzt. Die tra­di­tio­nel­le Musik ist ein wesent­li­ches kul­tu­rel­les Ele­ment und bil­det eine Ein­heit aus Tanz, Reli­gi­on und Ritua­len. Die soge­nann­ten ngo­ma sind Zere­mo­ni­en, wel­che Tän­ze, Lie­der und eine bestimm­te Musik beinhal­ten. Je nach Funk­ti­on unter­schei­den sie sich durch Melo­die, Rhyth­mus und ver­wen­de­te Musik­in­stru­men­te. Die Trom­mel ist dabei als wich­tigs­tes Instru­ment in fast jedem Tanz domi­nie­rend.

Neben der tra­di­tio­nel­ler ngo­ma haben sich in den letz­ten 30 Jah­ren wei­te­re Musik­rich­tun­gen in Tan­sa­nia ent­wi­ckelt. Durch die Mischung mit ame­ri­ka­ni­schen Gos­pel­klän­gen und ver­schie­de­nen west­li­chen und afri­ka­ni­sche Musik­rich­tun­gen ist eine eige­ne tan­sa­ni­sche Pop­mu­sik ent­stan­den. Auf San­si­bar hat sich die „taarab“-Musik ent­wi­ckelt, sie kom­bi­niert Ele­men­te der ara­bi­schen, indi­schen und afri­ka­ni­schen Musik. Eine der popu­lärs­ten Musik­rich­tun­gen im ost­afri­ka­ni­schen Hip-Hop-Stil ist Bon­go Fla­va.

Architektur

Archi­tek­to­ni­sche unter Denk­mal­schutz ste­hen­de Kunst­wer­ke in Tan­sa­nia stam­men meist aus Kul­tu­ren der Fremd­herr­scher. Eini­ge der wich­tigs­ten archi­tek­to­ni­schen Kunst­wer­ke, die zum Welt­kul­tur­er­be der UNESCO zäh­len, sind die Alt­stadt von San­si­bar, die Rui­nen von Kil­wa Kisi­wa­ni und Son­go Mna­ra.

Die Alt­stadt von San­si­bar wird mit sei­nen pracht­vol­len Kolo­ni­al­bau­ten auch „Stei­ner­ne Stadt“ (oder „Stone Town“) genannt. Die Gebäu­de sind aus Koral­len­stein und zäh­len zu den wich­tigs­ten Sehens­wür­dig­kei­ten der Insel San­si­bar.

Die Rui­nen der ehe­ma­li­gen Hafen­stadt Kil­wa Kisi­wa­ni lie­gen süd­lich von Dar­es­sa­lam und befin­den sich auf einer Insel. Bedeu­ten­de his­to­ri­sche Bau­wer­ke sind zwei Mosche­en und ein gro­ßes Bür­ger­haus. Auf der benach­bar­ten Insel liegt die ehe­ma­li­ge Hafen­stadt Son­go Mna­ra.

Kulinarik

Für Tou­ris­ten gibt es in Tan­sa­nia unzäh­li­ge Restau­rants mit natio­na­len und inter­na­tio­na­len Gerich­ten. Der ein­hei­mi­sche Spei­se­plan ist viel­fäl­tig und man soll­te bei sei­nem Urlaub unbe­dingt ein paar typisch afri­ka­ni­sche Gerich­te pro­bie­ren. Tra­di­tio­nell wird in Tan­sa­nia mit den Hän­den geges­sen. Zu Beginn der Mahl­zeit wird des­halb eine Schüs­sel mit Was­ser, Sei­fe und Hand­tuch gereicht. Nur bei euro­päi­schen Gäs­ten oder in Gast­stät­ten grö­ße­rer Städ­te wird ein Besteck her­ge­ge­ben.

Das Haupt­ge­richt in Tan­sa­nia heißt Uga­li. Die­ser Brei besteht aus Mais­mehl und wird mit unter­schied­li­chen Bei­la­gen ser­viert. Uga­li wird tra­di­tio­nell mit der rech­ten Hand geges­sen. Aus dem Brei formt man mund­ge­rech­te Stü­cke, in wel­che man mit dem Dau­men einen Ver­tie­fung hin­ein­drückt. Dann kann es wie ein Löf­fel ver­wen­det wer­den.

Die meis­ten Spei­sen wer­den in Tan­sa­nia frit­tiert. Rind oder Hähn­chen ste­hen oft am Spei­se­plan. Nya­ma Cho­ma, gegrill­tes Zie­gen­fleisch, wird jedoch nur bei fest­li­chen Ange­le­gen­hei­ten geges­sen. Boh­nen, Kohl oder das so genann­te „Boga“, bei dem es sich um eine Art Spi­nat han­delt, wer­den als Gemü­se­bei­la­ge gereicht.

In der Küs­ten­re­gi­on essen Ein­hei­mi­sche vor allem Fisch und Mee­res­früch­te. Auch Reis­ge­rich­te sind dort sehr beliebt, sie wer­den mit Gewür­zen wie Zimt, Cur­ry oder Nel­ken ver­fei­nert. Beson­ders köst­li­che Lecke­rei­en gibt es auf der Insel San­si­bar. Gerich­te wer­den dort mit exo­ti­schen Gewür­zen und Kokos­milch zube­rei­tet.

Die Bana­ne ist oft in der tan­sa­ni­schen Küche anzu­tref­fen. Meist wird sie zu Brei ver­ar­bei­tet. Man kann das Obst aber auch frit­tiert, gegrillt, gebra­ten oder gerös­tet pro­bie­ren. Die Bana­ne wird sogar im Ein­topf „Mto­ri“ ver­ar­bei­tet.

Die Jau­se zwi­schen­durch kann man sich an Ver­kaufs­stän­den unmit­tel­bar an den Stra­ßen Tan­sa­ni­as für wenig Geld kau­fen. Hier gibt es „Cha­pa­ti“, eine Art von Pala­tschin­ke, Mais­kol­ben mit der schar­fen Pili-Pili Sau­ce, „Chips Mayai“, ein Omlet­te aus Kar­tof­feln, oder das gerös­te­te Brot „Kitum­ba“.

Neben vie­len Soft­drinks bie­tet Tan­sa­nia auch Bier, wie die Mar­ken Kili­man­ja­ro, Safa­ri und Seren­ge­ti, an. Typisch ist auch das Bana­nen­bier der Ein­hei­mi­schen — „Mbe­ge“, wel­ches man unbe­dingt pro­bie­ren soll­te. Zu emp­feh­len sind zudem der Dodo­ma-Wein, der Likör „Afri­ko­ko“ und der Gin „Kon­ya­gi“. Die Ein­hei­mi­schen trin­ken auch sehr ger­ne Tee und Kaf­fe. Das belieb­tes­te Heiß­ge­tränk „Chai Mazi­wa“ wird vor allem in den Mor­gen­stun­den genos­sen. Der Chai-Tee wird tra­di­tio­nell mit Milch ange­rei­chert.

Sie kön­nen die aus­ge­zeich­ne­te Küche Tan­sa­ni­as ohne Reue genie­ßen, wenn Sie ein paar hygie­ni­sche Tipps beach­ten.

Klima

In Tan­sa­nia herrscht ein tro­pi­sches Kli­ma mit ganz­jäh­rig war­men bis hei­ßen Tem­pe­ra­tu­ren. Die ein­zel­nen Regio­nen haben durch ihre unter­schied­li­chen Land­schafts­for­men aller­dings ver­schie­de­ne Kli­ma­zo­nen. Die bes­te Rei­se­zeit hängt des­halb vom Ziel und Zweck der Rei­se ab.

 

Küstenregion und Inseln

In der Küs­ten­re­gi­on und auf den Inseln ist das Kli­ma mit 25–35°C und einer Luft­feuch­tig­keit von 70–85% meist heiß und tro­pisch. Auch die Näch­te sind warm. Zwi­schen Okto­ber und Febru­ar ist es an der Küs­te am hei­ßes­ten. In den Mona­ten Juni bis Sep­tem­ber küh­len die Tem­pe­ra­tu­ren nachts bis auf 20 °C ab und auch die Luft­feuch­tig­keit sinkt. In der Küs­ten­re­gi­on reg­net es ganz­jäh­rig, im April und Mai am meis­ten. Von Juni bis Sep­tem­ber ist es eher tro­cken.

 

Seengebiete

Das Kli­ma um die gro­ßen Seen ist dem der Küs­ten­re­gi­on ähn­lich. Es ist hei­ßer als im Lan­des­in­ne­ren und auch die Luft­feuch­tig­keit ist höher, wes­halb es zu stär­ke­rem Nie­der­schlag kommt.

 

Zentralplateau

Das Zen­tral­pla­teau liegt im Lan­des­in­ne­ren auf etwa 1.200 m Höhe. Hier gibt es grö­ße­re Tem­pe­ra­tur­schwan­kun­gen. Am Tag ist es tro­cken und heiß mit bis zu  35°C, in der Nacht kann es bis auf 15°C abküh­len.

 

Regenzeiten

In Tan­sa­nia gibt es zwei Regen­zei­ten, die in den unter­schied­li­chen Regio­nen ver­schie­den aus­fal­len. In Nord-Tan­sa­nia und im Nord­os­ten kommt es übli­cher­wei­se zu bei­den Regen­zei­ten. Rich­tung Süden und Süd­wes­ten gibt es im April und Mai Regen.

Von Mitte/Ende Okto­ber bis Anfang Dezem­ber ist die „klei­ne“ Regen­zeit. Der Nord­ost-Mon­sun „Kazka­zi“ ist für vie­le Schau­er und Gewit­ter ver­ant­wort­lich.

Von Mitte/Ende März bis Ende Mai ver­ur­sacht der Süd­ost-Mon­sun „Kuzi“ die „gro­ße“ Regen­zeit. Es reg­net dann zwar nicht stän­dig, aber dafür sehr kon­zen­triert, was zu gro­ßen Über­schwem­mun­gen füh­ren kann.

Fauna und Flora

Tan­sa­nia hat eine unglaub­lich viel­fäl­ti­ge Vege­ta­ti­on. Die Pflan­zen­welt in Tan­sa­nia besteht zu 2/3 aus Savan­nen und Tro­cken­wäl­dern. Die Miom­bo-Wäl­der machen einen Groß­teil des Lan­des aus. Um den Tan­ga­nyika­see liegt ein tro­pi­scher Regen­wald, wo sel­te­ne Tier- und Pflan­zen­ar­ten leben. Die Flo­ra und Fau­na des Regen­wal­des wird in den Natio­nal­parks Gom­be, Maha­le und Udzungwa geschützt. Gro­ße Flä­chen Tan­sa­ni­as wer­den von Gras- und Tro­cken­sa­van­nen bedeckt. Die dort wach­sen­den ver­schie­de­nen Aka­zi­en­ar­ten und Affen­brot­bäu­me sind typisch afri­ka­nisch. Zwi­schen den Regen­wäl­dern und den Savan­nen lie­gen Tro­cken­wäl­der. In der Kili­man­ja­ro Regi­on ist vom Regen­wald über Hei­de­land­schaf­ten bis zur alpi­nen Hoch­wüs­te und dem Glet­scher alles zu sehen. An der Küs­te und auf den vor­ge­la­ger­ten Inseln sind Man­gro­ven­wäl­der, Kokos­pal­men und teil­wei­se Tama­rin­den anzu­tref­fen. Die Insel San­si­bar beher­bergt vie­le tro­pi­sche Früch­te und Gewür­ze wie Nel­ke, Vanil­le, Kur­ku­ma, Kar­da­mom, Ing­wer und vie­les mehr.

Tan­sa­ni­as Tier­welt zählt zu der arten­reichs­ten in Afri­ka. Hier sind vie­le afri­ka­ni­schen Tie­re wie Ele­fan­ten, Löwen, Giraf­fen, Zebras, Gnus, Büf­fel, Affen, Gepar­den und Leo­par­den zu fin­den. Auch vie­le Vögel wie Fla­min­gos, Strau­ße, Eis­vö­gel und Peli­ka­ne leben hier. Zudem haben Rep­ti­li­en wie Kro­ko­di­le und Ech­sen in Tan­sa­nia ihren Lebens­raum. Neben Schlan­gen gibt es auch noch unter­schied­li­che Spin­nen- und Skor­pionar­ten. Die­ser Arten­reich­tum ent­steht durch die vie­len Natio­nal­parks, die für den Tier­schutz ver­ant­wort­lich sind. Auch die Unter­was­ser­welt ist viel­fäl­tig. In den zahl­rei­chen Koral­len­rif­fen sor­gen Bewoh­ner wie Rochen, Haie, Wale, Schild­krö­ten, Del­phi­ne und eine Viel­zahl an bun­ten, klei­nen Riff­fi­schen für eine bun­te Unter­was­ser­welt.